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Rentner: Comeback als Mandanten?

04. Juli 2017 · Beitrag von Blog-Redaktion in den Kategorien: Tagesgeschäft

Der Kreis potenzieller Mandanten wurde zum 1. Juli größer und steigt im kommenden Jahr noch einmal – denn kumuliert 120.000 Rentner sind dann verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) fordert in einer Pressemitteilung aber einfachere Steuerformulare für Senioren.

Steigende Kurve seit zwölf Jahren

Wer im Jahr 2005 (oder früher) aus dem Arbeitsleben ausschied und seitdem eine gesetzliche Rente erhält, darf 50% davon steuerfrei behalten. Bis 2020 sinkt der steuerfreie Satz jährlich um 2% und anschließend bis 2040 nur noch um 1%. Rentenerhöhungen unterliegen grundsätzlich der vollen Besteuerung.

Zum 1. Juli 2017 sind die Renten im westlichen Teil der Republik um 1,9 % und im östlichen Teil der Republik um 3,6 % gestiegen. Damit können auch „gestandene Rentner“, selbst wenn sie bislang auf die Einkommensteuererklärung verzichten konnten, in die Erklärungspflicht geraten. Unter dem Strich erwartet das Bundesfinanzministerium laut einer Pressemitteilung des Bundes der Steuerzahler, dass für das laufende Jahr 40.000 Senioren und für das kommende Jahr weitere 80.000 Senioren erstmals eine Steuererklärung abgeben müssen. Die Steuermehreinnahmen sollen 2017 bei 205 Mio. Euro und für 2018 bei weiteren 420 Mio. Euro liegen.

Vereinfachung oder absetzbare Kosten

Der BdSt weist zu Recht darauf hin, dass es vom Einzelfall abhängt, ob tatsächlich Steuern zu zahlen sind. Schließlich steht auch Rentnern das Recht zu, verschiedene Kosten bei der Steuer abzusetzen. Wer sich in der Materie besonders gut auskennt? Vor allem Steuerberater. Damit können Rentner, die sich im Berufsleben noch die Einkommensteuererklärung vom Steuerberater ihrer Wahl machen ließen und mit dem Wechsel ins Rentnerleben keinen Bedarf mehr hatten, ein Comeback als Mandanten feiern.

Der schöne Nebeneffekt, wenn sie einen Steuerberater beauftragen: Die Honorarrechnung lässt sich von der Steuer absetzen. Da der Bearbeitungsaufwand für die nacherwerbliche Lebensphase im Regelfall geringer ist, sollten sich auch die Kosten nach StBVV im Rahmen halten.

Als „Bund der Steuerzahler“ hat der Bund der Steuerzahler weniger die Steuerberater im Blick als die Steuerzahler (um dieses Wort ein drittes Mal in einem Satz zu verwenden). Er fordert daher einfachere bzw. verständlichere Steuerformulare für Senioren, da ein paar Euro mehr Rente aufgrund der Einkommensteuererklärung zu einem deutlich höheren Aufwand führen könnten.

Aber unabhängig davon, wie der Pflicht nachgekommen wird: Rentner sollten ihr unbedingt nachkommen, sonst wird es ungemütlich.


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