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Liquidität aus Sicht von Steuerberatern und der Sicherheitseinbehalt

04. April 2016 · Beitrag von Torsten Paßmann in den Kategorien: Lexikon

So ist das, wenn man auf einmal in Schwung kommt: Auf einmal haben wir mit „Sicherheitseinbehalt“ schon wieder einen neuen Ausdruck im Glossar und im Blog auch wieder eine ausführlichere Betrachtung von zwei Begriffen. Erst letzte Woche hatten wir an dieser Stelle zwei andere Wörter näher erläutert.

Liquidität – wirtschaftslexikalisch betrachtet

Der Begriff Liquidität leitet sich aus dem Lateinischen ab, genauer: von „liquidus“ = flüssig. In der betriebswirtschaftlichen Bedeutung bezeichnet Liquidität die Fähigkeit, fällige Verbindlichkeiten jederzeit und uneingeschränkt begleichen zu können. In der Betriebswirtschaftslehre – und durch die §§ 268 Abs. 5 Satz 1 und 285 Nr. 1 a des Handelsgesetzbuches – werden die Zeiträume, in denen Verpflichtungen fällig werden, unterschieden in kurzfristig (unter 1 Jahr), mittelfristig (1 bis 5 Jahre) und langfristig (über 5 Jahre).

Auch mathematisch lassen sich drei Arten unterscheiden:

  1. Bei der statischen Liquidität wird über die Liquiditätsgrade wird festgestellt, ob ein Unternehmen alle Zahlungsverpflichtungen fristgerecht erfüllen kann.
  2. Anhand der dynamischen Liquidität lässt sich schätzen, wie mit den vorhandenen Zahlungsmitteln und den geschätzten Umsätzen die anfallenden Zahlungsverpflichtungen (meist von ein bis drei Monaten) bedient werden können.
  3. Die Periodenliquidität ergibt sich aus der Gegenüberstellung von notwendigen Zahlungsausgängen und zu erwartenden Zahlungseingängen im betrachteten Zeitraum.

Etwas einfacher (und ohne Fristigkeiten) formuliert: Außenstände sind eine Gefahr für die Liquidität.

Liquidität – aus Sicht eines Steuerberaters

Während im Handel das Geld direkt bei der Transaktion fließt, ob bar oder bargeldlos, sind Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer bei der eigenen Liquiditätsplanung abhängig vom Zahlungsverhalten der Mandanten. Selbst wenn Honorarrechnungen umgehend geschrieben werden, lassen Zahlungsziele – und eventuelle Mahnfristen, wenn die Rechnungen nicht ausgeglichen werden – keine sichere Prognose zu.

Dazu kommt: Aus verschiedenen Kundengesprächen haben wir herausgefiltert, dass Inkasso nicht zu den bevorzugten Tätigkeiten von Steuerberatern gehört. Dies liegt oft in dem Spagat begründet, einen säumigen Mandanten anzusprechen und im selben Telefonat noch über existenzielle steuerliche Fragen zu reden. Das erhöht zusätzlich die Gefahr von Außenständen, die zu Spitzenzeiten auch mal an der Schallmauer von zwei bis drei Monatsumsätzen kratzen können.

Um aus solchen Gründen den Liquiditätsengpass zu vermeiden, bieten sich im Wesentlichen drei Lösungen an:

  1. der Rückgriff auf das eigene Vermögen (was finanzielle Reserven auflöst)
  2. der Kredit bei der Hausbank (die Industrieunternehmen zu finanzieren weiß, aber für freie Berufe selten passende Angebote hat)
  3. die Vorfinanzierung der Rechnungen durch eine Verrechnungsstelle (wie beispielsweise die StBVS – für konkrete Informationen hier klicken)

Sicherheitseinbehalt

Die Vorfinanzierung durch Factoring wirkt von zwei Seiten auf die Liqudität ein. Einerseits werden die gestellten Rechnungen umgehend ausgeglichen – andererseits gibt es teilweise auch den sogenannten „Sicherheitseinbehalt“. Dabei handelt es sich um eine spezielle Absicherung, um als Dienstleister beispielsweise Rabatte oder eventuelle Mängeleinreden eines Schuldners auszugleichen. Reine Factoringanbieter behalten oft bis zu 10 oder gar 20 % einer gekauften Forderung ein.

Aufgrund einer vorgeschalteten Bonitätsprüfung kann die StBVS auf den Sicherheitseinbehalt verzichten. Stattdessen werden 100% des Kaufpreises der Rechnung innerhalb eines Werktages ausgezahlt, erst zum Monatsende erhält die Kanzlei eine Sammelrechnung über die entstandenen Gebühren aller eingereichten Rechnungen.

 

Offen für Anregungen

Wir haben noch ein paar Ausdrücke in der Hinterhand, die wir kurz- bis mittelfristig aufgreifen. Aber selbstverständlich sind wir jederzeit offen für Anregungen und Wünsche – seien es neue Glossarbegriffe oder ausführliche Erläuterungen. Sie erreichen uns sowohl öffentlich über das Kommentarfeld als auch direkt, z.B. über unser Kontaktformular.

Weiterführende Links:

  • stbvs.com/glossar: Fachbegriffe aus dem Factoring und der Welt einer Verrechnungsstelle in der Kurzfassung
  • Schlagwort: Glossar: alle ausführlichen Texte im StBVS-Blog mit dem Schlagwort „Glossar“

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Über den Autor

Torsten Paßmann

Chefredakteur des Blogs. Verfügt über journalistische Erfahrung bei der Rheinischen Post und dem VentureCapital Magazin. War anschließend der Pressesprecher der Berentzen-Gruppe und steuerte dort auch die Investor Relations.


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