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Fokussiert: Steuerfachangestellte – Beruf – Ausbildung

28. November 2016 · Beitrag von Torsten Paßmann in den Kategorien: Vermischtes

Neulich hatten wir ja schon mal einen Blog-Artikel zum Thema Steuerberater auf YouTube. Jetzt sind wir auf Video von BR alpha gestoßen, das sich mit dem Berufsbild des Steuerfachangestellten beschäftigt. Das Video ist gut – noch besser sind die Kommentare.

Medienpräsenz durch Nischen-TV

Fußballprofi, Schauspieler, Popstar – das sind durchaus geläufige Antworten von Schülern, werden sie nach ihrem Berufswunsch gefragt. Aber die Laufbahn als Steuerfachangestellter? Solche Antworten lassen sich an einer Hand abzählen, selbst wenn man im Sägewerk arbeitet.

Diese Ausnahmen bei Tätigkeiten mit weniger Medienpräsenz gibt es im Regellfall dann, wenn durch die Familie oder das sonstige persönliche Umfeld eine Prägung besteht. Alternativ können es zufällige Impulse wie beispielsweise ein Zeitungsbericht oder eine TV-Dokumentation. Eine solche hat der Bildungskanal BR alpha (heute: ARD alpha) erstellt. Rund 15 Minuten dauert der Beitrag, der auch auf YouTube zu finden ist:

Unsachliche Kritik und umfangreiches Feedback

Im Februar 2015 ging das Video online und seitdem hat es knapp über 27.000 Aufrufe gesammelt (was wahrscheinlich mehr Zuschauer als bei der originalen Ausstrahlung sind). Insgesamt 14 sind dort derzeit zu lesen, vor allem dank der Intervention von Max Kleist (Zitat in der originalen Interpunktion):

Der Beruf Steuerfachangestellte ist sowas von langweilig. Deshalb lernt diesen Beruf keiner. Und die wenigen die den doch ergreifen verlassen nach der Ausbildung zum Großteil die Kanzleien weil die Steuerberater für ihre schlechte Bezahlung bekannt sind. Der Beruf an sich ist sehr anspruchsvoll aber auch sehr monoton und langweilig. Die meisten die in diesem Beruf arbeiten sind Frauen und die verdienen ja bekanntermassen weniger Geld. Das liegt daran das Frauen schlechter Arbeiten wie Männer und vor allem aber sich gar nicht trauen zum Vorgesetzten zu gehen und entsprechend mehr Geld einfordern, dass könnte ja die Harmonie mit dem Chef stören. Also lasst die Finger von diesem Beruf. Als Tipp empfehle ich dir einfach mal bei Google „Steuerfachangestellte schlechte Bezahlung“ einzugeben und da kannst du dann viel dazu finden. Ciao Max

Als direkte Erwiderung sind drei kurze Repliken erfolgt, u.a. „Oh Herr, lass es Hirn regnen…“. Deutlich umfangreicher hat G. Peter Bessler geantwortet (hier nur auszugsweise):

[…] Der Beruf des Steuerfachangestellten ist – mit anderen kaufmännischen Berufen verglichen – einer der interessantesten. […] Die Einstiegsgehälter von fertig ausgebildeten Steuerfachangestellten liegen mittlerweile deutlich über anderen kaufmännischen Berufsbildern, wie z. B. Kauffrau Büromanagement oder Tourismuskauffrau, und das schon in den regulären Steuerkanzleien, von Industriebetrieben, die Steuerfachangestellte für Ihre Rechnungswesenabteilung abwerben müssen ganz zu schweigen. Steuerfachangestellten ist der Geheimtipp unter den kaufmännischen Berufen!

Darauf gab es eine umgehende Erwiderung von Max Kleist, hier in Auszügen:

Du bist doch von der Steuerberaterkammer und versuchst hier so den Beruf schön zu reden. […] Und selbst in den Berufsschulen erzählen schon einem die Lehrer das man nach der Ausbildung gleich wo anders hin soll [… Die] wenigen Männer […sind] solche Weicheier (die Steuerberater im übrigen genauso), sonst würden sie nämlich gar nicht diesen Mädchenberuf erlernen.

Unsere Erfahrungen: positiv

Bei der StBVS haben wir ein recht breites Bild aus Bildungs- und Ausbildungshintergründen: Bei uns arbeiten Rechtsanwälte und Renos (kurz für: Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte), Büro- und Industriekaufleute, Diplom-Kaufleute, Geisteswissenschaftler und Informatiker… aber keine Steuerfachangestellten (bei unserem Profil wären sie auch deplatziert). Im engeren Sinn können wir eigentlich nicht von unseren Erfahrungen sprechen.

Im weiteren Sinn können wir das aber sehr wohl: Unser Kundenstamm ist quer durch die Bundesrepublik verteilt und sitzt in den Metropolen ebenso wie auf dem Land, es sind Einzelbüros dabei ebenso wie solche mit multiplen Standorten und auch die Spanne reicht von faktischen Einzelkämpfern bis zu Partnerschaftsgesellschaften mit vielen Angestellten.

Im Alltag haben wir zwei Schnittstellen zu all diesen Leuten: Über unser Kundenportal oder die Hotline. Das eine verläuft lautlos, bei dem anderen haben wir einen persönlichen Kontakt. Und zwei Dinge sind es auch, die uns hier aufgefallen sind: 1. Die Ansprechpartner sind weitgehend konstant, die Fluktuation liegt unter der Wahrnehmungsschwelle. 2. Der zwischenmenschliche Kontakt ist im Regelfall freundlich bis herzlich (und im Jahresendgeschäft manchmal gestresst), und das geht nur, wenn sich die Mitarbeiter auch wohl fühlen.

Was auch immer Max Kleist für eine Biene gestochen hat: Da hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine persönliche Enttäuschung für den Text gesorgt.


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Über den Autor

Torsten Paßmann

Chefredakteur des Blogs. Verfügt über journalistische Erfahrung bei der Rheinischen Post und dem VentureCapital Magazin. War anschließend der Pressesprecher der Berentzen-Gruppe und steuerte dort auch die Investor Relations.


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