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Collage: im Hintergrund Singapur, im Bild Claas Beckmann von Steuerköpfe

Claas Beckmann von Steuerköpfe über Online-Marketing für Steuerberater

11. Dezember 2017 · Beitrag von Torsten Paßmann in den Kategorien: Köpfe

Normalerweise nimmt Claas Beckmann von dem bekannten Onlineangebot steuerkoepfe.de die journalistische Position ein. Für ein Interview über Social Media und Online-Marketing für Steuerberater haben wir den Spieß umgedreht. Neben klassischen Themen wie Website und Blog streifen wir auch Facebook, Xing und WhatsApp.

90 Sekunden Aufzug, Web-Visitenkarte und die neue Domain

Wie würden Sie sich einem Steuerberater vorstellen, wenn Sie nur rund 90 Sekunden bei einer gemeinsamen Fahrt im Aufzug haben?

„Ich helfe Ihnen, Ihre Kanzlei so darzustellen, dass Sie aus der Masse der Berater herausstechen. In Wort und Bild und im Web. Aus Telefonaten mit Ihnen entstehen Artikel für Ihre Internet- oder Facebookseite; bei Besuchen bei Ihnen entstehen Fotos und Videos. Damit Sie Ihre Stärken, Ihre Kanzlei und Ihr Team für sich sprechen lassen können, um die Mandanten und Mitarbeiter anzuziehen, die zu Ihnen passen. Was Sie von allen anderen Beratern unterscheidet, ist Ihre persönliche Art sich für die Mandanten einzusetzen und Ihr Team voranzubringen. Und ich helfe Ihnen, diese individuellen Stärken attraktiv herauszustellen.“

Bis Sommer 2013 hatten Sie clabeck.de rein als ihre Visitenkarte als freier Journalist. Was hat Sie motiviert, dann die Unterseite Steuerköpfe ins Leben zu rufen?

Ich wollte besser an Themen und Gesprächspartner kommen. Meine Artikel über die StB-Branche erschienen damals im StB-Magazin (✝). Die besten Artikel basierten stets auf Tipps von Lesern. Um dieses crowd-sourcing von Ideen zu forcieren, wollte ich meine eigene Sichtbarkeit erhöhen. Das Magazin hatte nie eine Website, also habe ich eine eigene entworfen und auf die Interessen der Leser ausgerichtet. Dazu habe ich meine laufenden Recherchen und Branchenbeobachtung in Form der Steuerlinks publiziert: Ein wöchentlicher Linkpost mit allen wichtigen Branchennachrichten. Wer will, kann sich seither jeden Montagmorgen um 6:30 Uhr die Steuerlinks aufrufen und weiß um 6:32 Uhr was die Woche in der Branche wichtig ist. Der Plan ist aufgegangen und die Website ist über den ursprünglichen Zweck hinausgewachsen. Leser geben Tipps, weisen mich auf Fehler oder Lücken hin und so kommt man miteinander ins Gespräch.

Mit der Zeit hat sich dann die Bedeutung verschoben: Clabeck.de leitet auf die eigene Domain Steuerkoepfe.de weiter. Was hat den Ausschlag gegeben?

Meine Arbeit hat sich im Lauf der Zeit fast vollkommen auf die StB-Branche konzentriert, der Schwenk auf steuerkoepfe.de lag einfach nahe.

 

Klickraten, Ghostwriting und das „Eingrooven“

Mit den Steuerlinks, dem Kanzleifunk und der Interview-Serie „10 Fragen an…“ haben Sie drei regelmäßige Serien. Bei welchen Themen merken Sie besonders hohe Klickzahlen?

Die Besucherzahlen wachsen, der Podcast Kanzleifunk wächst überproportional. Bei allen Posts kann ich immer wieder feststellen, dass Protagonisten höhere Zugriffszahlen einfahren, wenn sie auf Social Media aktiv sind.

Wie gehen Sie mit der Verlockung um, auf Kosten anderer Themen bevorzugt auf solche „Klickratenverstärker“ zu setzen?

Entspannt. Ich freue mich über solche Verstärker, wenn sie sich ergeben.

Neben steuerkoepfe.de arbeiten Sie quasi auch als Ghostwriter für Steuerberaterkanzleien, die Content für die eigene Website, einen Newsletter oder Facebook brauchen. Welche Themen empfehlen Sie Ihren Kunden?

Da bietet sich jedes Thema an, über das Berater gern mit ihren Mandanten und Interessenten ins Gespräch kommen und den Suchmaschinen unter die Nase reiben möchten. Zum Beispiel: Wie funktioniert eine zeitgemäße Zusammenarbeit zwischen Kanzlei und Mandant und welche Vorteile haben die Mandanten davon? Was tun Sie für das Arbeitsklima in der Kanzlei und worauf legen Sie bei Bewerbern wert?

Doppelfrage: Was zeichnet an dieser Stelle einen unkomplizierten Auftraggeber aus? Und was muss ein Auftraggeber machen, damit Sie von sich aus vorläufig keinen Auftrag mehr annehmen wollen?

Gute Auftraggeber – und ebenso gute Dienstleister – verstehen, dass man sich anfangs miteinander eingrooven muss. Der große Wurf gleich zu Beginn ist selten, mit dem gegenseitigen Kennenlernen verbessert sich dafür die Kooperation zunehmend. Ich denke, das ist in der Steuerberatung nicht anders. Und wie bei allen anderen Vertrauensverhältnissen ist Wortbruch Gift für eine weitere Zusammenarbeit.

 

Online-Marketing für Steuerberater in der Blitzfragerunde

Wie wichtig ist für einen Steuerberater…

  • … eine eigene Website? Unverzichtbar. Die Chance, eigene Stärken darzustellen (jetzt) und darüber hinaus (Zukunftsmusik) Datendrehscheibe, Datenerfassungs-Tool, Kollaborations-Tool, Schnittstelle zu Mandantensystemen.
  • … ein Blog? Wie Doping für die Website, aber gesünder. Ein Blog ermöglicht, durch regelmäßige Wortmeldungen Persönlichkeit und Expertise zu zeigen, das belebt die Internetseite, baut bei den Lesern Vertrauen auf und wird von den Suchmaschinen honoriert. Übrigens: Die Zahl der Leser ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass Sie mit den Informationen dort Anknüpfungspunkte zu Ihren Interessenten aufbauen.
  • … ein Newsletter? Ich mag keine Newsletter. Man abonniert sie wegen einer schönen Geschichte und bekommt in der Folge regelmäßig weniger interessante Geschichten geliefert. Ausnahmen bestätigen die Regel.
  • … ein Marketingbudget für Google AdWords? Tolle Werbemöglichkeit, wenn man weiß, was man erreichen möchte.
  • … eine Präsenz bei Xing? Praktisch. Der Nachteil von Xing – die Friedhofsruhe im Vergleich zu Facebook – erscheint mittlerweile fast wie ein Vorteil. Visitenkarte rein, Infos für Bewerber dazu, ab und zu draufschauen. Fertig.
  • … ein Profil bei Facebook? Eine Kanzleiseite? Prima. Dann bitte auch nutzen und dort aus dem Kanzleialltag erzählen. Toll für die Mitarbeiter-Werbung. Steuerliche Fachinformationen finde ich weniger interessant..
  • … ein Konto bei Twitter? Wie bei allen Social-Media-Kanälen gilt: Wer sich gern mitteilt und Freude am Kommunizieren hat, findet dort Erfüllung. Das Einzigartige an Twitter: Ich finde es dort am unverfänglichsten, Fremde anzusprechen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Für Kundenakquise wahrscheinlich zu vernachlässigen.
  • … ein Kontaktangebot via WhatsApp? Geht aufs persönliche Handy, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Das ist in geschäftlichen Zusammenhängen selten nötig oder zielführend. Besser nicht.
  • … das Feedback auf Bewertungsplattformen? Wer eine solche Plattform nutzt, muss auch dort auf Feedback reagieren.

 

Herr Beckmann, vielen Dank für den Austausch!


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Über den Autor

Torsten Paßmann

Chefredakteur des Blogs. Verfügt über journalistische Erfahrung bei der Rheinischen Post und dem VentureCapital Magazin. War anschließend der Pressesprecher der Berentzen-Gruppe und steuerte dort auch die Investor Relations.


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