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5 Frühlingslieder für jeden Geschmack

11. April 2016 · Beitrag von Torsten Paßmann in den Kategorien: Kolumne Kunst & Kultur

Nachdem im letzten Monat unsere monatliche Musikkolumne ausgefallen ist, holen wir das ursprünglich geplante Thema nach – und greifen ausdrücklich auch den aktuellen Monat auf. Die Bandbreite der fünf ausgewählten Stücke zeigt zudem die Bandbreite des Geschmacks im StBVS-Team: Wir haben Klassik, Swing, Operette, Rock und 90er-Techno im Sortiment.

Die inhaltliche Anregung für diese Kolumne kommt dieses Mal aus dem Kalender, schließlich hatten wir am 20. März den astronomische Frühlingsanfang – und damit auch den offiziellen Beginn der Jahreszeit Frühling. Da insbesondere im Formatradio immer die selben unvermeidlichen (Gute-Laune-)Lieder gespielt werden, haben wir hier nur einen Klassiker bemüht. Ansonsten finden Sie hier Stücke, die mittlerweile abseits des Mainstream liegen und teilweise auch eine, sagen wir, „differenzierte“ Sicht auf den Frühling haben.

 

Antonio Vivaldi: Vier Jahreszeiten – Frühling, 1. Satz

Die vier Jahreszeiten – im Original Le quattro stagioni – sind wohl das bekannteste Werk Vivaldis. Auch wenn speziell das Thema des ersten Satzes ziemlich bekannt ist, muss es doch am Anfang dieser Kolumne stehen. Nur selten wurden so virtuos zwitschernde Vögel, murmelnde Quellen, sanfte Winde oder ein Frühlingssturm imitiert.

Die hier eingebundende Fassung stammt von dem 35-köpfigen Classical Concert Chamber Orchestra, dirigiert von Ashot Tigranyan. In einer Doppelrolle fungiert der Gründer des Ensembles auch als Violinist.

Alle Einzelkonzerte der vier Jahreszeiten stehen übrigens auch im Wikipedia-Eintrag zur Verfügung.

Während Vivaldis Klassiker bis heute alle Änderungen des Zeitgeistes überstanden hat, fliegt ein anderer Standard aus der Mitte des 20. Jahrhunderts heute unter dem Radar…

 

Count Basie and his Orchestra: „April in Paris“

Er war Jazz-Pianist, Organist und Komponist – und gehörte zu den bedeutendsten Bandleadern des Swing: Count Basie, der fast 50 Jahre das nach ihm benannte Orchestra leitete. Das 1955/56 aufgenommene Album „April in Paris“ gilt als eine der wenigen Szene-Veröffentlichungen, die es umgehend zum Klassiker im Pantheon des Jazz gebracht haben.

Das gleichnamige Eröffnungsstück des Albums wurde ursprünglich 1932 für das Broadway-Musik „Walk a Little Faster“ geschrieben. Der Komponist Alec Wilder bezeichnete es gar als das „perfekte Theaterlied“. Rein inhaltlich ist die Botschaft eindeutig: Nie zuvor kannte der Protagonist den Charme des Frühlings oder wusste, dass sein Herz singen könne – bis zum April in Paris.

Weitere Interpretationen – dann aber mit Gesang – stammen u.a. von Louis Armstrong, Doris Day, Ella Fitzgerald, Benny Goodman, Dean Martin und Frank Sinatra.

Inhaltlich in eine komplett andere Richtung geht dann das nachfolgende Stück.

 

Anneliese Rothenberger: „Zitronenfalter im April“

Die deutsche Opern- und Operettensängerin Anneliese Rothenberger intoniert „Zitronenfalter im April“ von Hugo Wolf. Der österreichisch-slowenische Komponist und Musikkritiker hatte 1888 Gedichte von Eduard Mörike musikalisch umgesetzt.

Wo der Frühling sonst als herrliche Zeit begrüßt wird, entschied sich Mörike hier für das Gegenteil: „Grausame Frühlingssonne / Du weckst mich vor der Zeit“. Die Live-Aufnahme stammt aus dem Moskauer Konservatorium.

Quasi als Geschwisterkind im Geiste kann auch „April“ von Deep Purple gelten, schließlich gibt es mit der textlichen Ausrichtung eine Schnittmenge zum Zitronenfalter.

 

Deep Purple: „April P2“

„April“ von der britischen Hard-Rock-Legende Deep Purple erschien 1969 auf dem dritten, „Deep Purple“ betitelten Studioalbum. Der Song ist eine dreiteilige Klassik-Rock-Suite mit Orchesterbegleitung.

Erst im dritten Teil wandelt sich das Stück zu einem typischen Rocksong. Sänger Rod Evans steigt mit der Passage „April is a cruel time“ ein, die damit in leicht abgewandelter Form den Beginn von T. S. Eliots Gedicht „The Waste Land“ zitiert. „April“ klingt mit einem Gitarrensolo von Ritchie Blackmore nach zwölf Minuten langsam aus.

Bei „P2“ handelt es sich um einen Musikfilm von Werner Schretzmeier (mehr Informationen auf theaterhaus.com)

In einem völlig anderen Segment ist das abschließende Stück der heutigen Kolumne angesiedelt. Gleichzeitig ist es auch die Rückkehr zu der positiven Grundhaltung speziell von „April in Paris“.

 

RMB: „Spring“

Nach einer Eingangsstrophe wird eigentlich nur noch eine vergleichsweise simple (d.h. eingängige) Wortfolge gesungen. Auch wenn es zwischenzeitlich einmal „The Spring is My Love“ heißt: Wichtiger als die Worte sind der stampfende Beat und die griffige Melodie. Wer hier trotz der modernen Aufmachung – jedenfalls im Vergleich zu den vier vorherigen Nummern –  nostalgische Gefühle bekommt, hat sie zurecht.

„Spring“ von RMB ist ein klassischer Vertreter des hiesigen, wortwörtlich in die Jahre gekommenen 90er-Jahre Techno. Am Gute-Laune-Effekt ändert das nichts, allerdings muss man musikalisch schon sehr vielseitig interssiert sein, um das Gefühl bei allen Videos zu haben.

 

Ach, übrigens… Im Februar hatten wir einen vergleichbaren Artikel mit Videos veröffentlicht. Damals ging es um Songs über Steuern.

 

Offen für Anregungen

Falls Sie außerdem Anregungen bzw. Wünsche für weitere Beiträge dieser Art haben: Wir freuen uns jederzeit über Ihre Rückmeldung. Ob Sie uns öffentlich über das Kommentarfeld oder direkt ansprechen, z.B. über unser Kontaktformular, bleibt ganz Ihnen überlassen.


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Über den Autor

Torsten Paßmann

Chefredakteur des Blogs. Verfügt über journalistische Erfahrung bei der Rheinischen Post und dem VentureCapital Magazin. War anschließend der Pressesprecher der Berentzen-Gruppe und steuerte dort auch die Investor Relations.


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