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Pleite trotz Pop-Musik

5 Musiker in der Pleite

16. Februar 2016 · Beitrag von Torsten Paßmann in den Kategorien: Kolumne Kunst & Kultur

Johnny Cash, der große Mann der Country-Musik, wusste es: „Es heißt, jeder habe unterschiedliche Probleme. Aber ich habe einen Song über ein Problem, das jeder von uns hat: Steuern.“ Davon können auch Musiker im wahrsten Sinne des Wortes ein Lied singen. Wir haben uns auf die Suche gemacht und fünf aktuelle Künstler gefunden, die in diesem Jahrtausend (vermeintlich) Pleite gegangen sind. Angeregt wurden wir durch den „Welttag des Radios“ am 13. Februar, der im November 2011 von der 36. Generalkonferenz der UNESCO beschlossen wurde.

1. Matthias Reim: Verdammt, er hat nichts

Mit „Verdammt ich lieb Dich“ begeisterte Matthias Reim im Jahr 1990 Millionen Fans – und ersang sich ein dickes Bankkonto. Die Generalvollmacht für seinen damaligen Manager entpuppte sich jedoch als einer der schlechteren Ideen in seinem Leben. Denn ausgerechnet diese Vertrauensperson soll es gewesen sein, die ihn durch Misswirtschaft in den Bankrott getrieben haben soll. Wahrscheinlich ein freundlicher Scheck des Autoverleihers Sixt wird ihn 2007 animiert haben, die Situation mit Humor zu nehmen: „Verdammt, ich hab nichts“ hieß die Parodie.

2. Roberto: Blank am Schlagerhimmel

In einer vergleichbaren Situation befand sich im Sommer 2014 auch Roberto Blanco wieder. Als ein Gericht dessen ex-Frau Unterhalt in Höhe von 150.000 Euro zusprach, gab Blanco daraufhin über seinen Anwalt eine eidesstattliche Versicherung ab. Wie zuvor Reim verballhornte auch er seinen bekanntesten Hit für einen Werbespot von Sixt. Titel: „Ein bisschen spar’n muss sein“.

3. UB 40: von 70 Mio. Tonträgern zur Privatinsolvenz

Eine Nummer größer war der Niedergang bei UB40 (benannt nach dem britischen Antragsvordruck für Arbeitslosengeld). Mit rund 70 Mio. verkauften Tonträgern weltweit gehörten sie zu den großen Pophelden der 1980er und frühen 1990er Jahre. Aber Ruhm und speziell Charterfolge sind kein finanzielles Ruhepolster: Auf die Pleite ihrer damaligen Plattenfirma Dep International gingen auch vier Musiker unter – das richterliche Urteil zur Privatinsolvenz kam aus Birmingham.

4. Rapper DMX: Taktische Finte?

Im Sommer 2013 hatte der der damals 42 Jahre alte Hip Hop-Star DMX in New York Insolvenz angemeldet, laut Anwalt sei das frühere Finanzmanagement schuld an dieser Misere. Für Außenstehende kam die Nachricht überraschend, schließlich veröffentlichte er 1998 zwei Nummer 1-Alben und erhielt als Schauspieler Gagen im siebenstelligen Bereich (z.B. 5 Mio. USD für „Born 2 Die“). US-Presseberichte lassen jedenfalls eine taktische Finte vermuten, denn der zuständige Richter wies im November 2013 den Antrag ab.

5. 50 Cent: „Stay rich or die trying“

Ähnliche Überlegungen wurden im Sommer 2015 auch bei seinem Rapper-Kollegen 50 Cent geäußert, ebenfalls Musiker und (Teilzeit-)Schauspieler. Kurz nachdem ein Schadenersatzurteil in Höhe von 5 Mio. USD erging, legte er sein Vermögen offen: Werten in achtstelliger Höhe standen angeblich Schulden in identischer Höhe entgegen; insgesamt 49 Parteien standen auf der Gläubigerliste. Zwei Monate vorher wurde sein Vermögen von Forbes jedoch auf rund 140 Mio. USD geschätzt. Insofern spricht die Privatinsolvenz eher für taktisches Geschick – und für gute Berater – als für eine echte Notsituation.

In zwei Tagen folgt ein zweiter Beitrag zu Songtexten über Steuern. Speziell die Leser mit Lautsprechern dürfen sich u.a. auf Töne von Johnny Cash (mit dem oben zitierten Statement) und Jimi Hendrix freuen.


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Über den Autor

Torsten Paßmann

Chefredakteur des Blogs. Verfügt über journalistische Erfahrung bei der Rheinischen Post und dem VentureCapital Magazin. War anschließend der Pressesprecher der Berentzen-Gruppe und steuerte dort auch die Investor Relations.


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